Aktuelle Ausgabe

allmende 97

Mit Beiträgen von


Zehra Cirak, Björn Kern, Lena Gorelik, Hans Ulrich Gumbrecht, Markus Mertens, Herta Müller, Angelika Overath, Kathrin Röggla, SAID, Silke Scheuermann, Alice Schwarzer, Barbara Vinken, Liu Xia, Feridun Zaimoglu, Jürgen Walter


Leseprobe

  Alice Schwarzer: Fragen und Antworten (PDF)

  Feridun Zaimoglu: No, we cannot (PDF)

  Silke Scheuermann: Flüchtlingsgedichte (PDF)


allmende 97

»Über Opfer und Täter – Grenzen der Toleranz«


Juni 2016 | 36. Jahr
88 Seiten, reich bebildert
Mitteldeutscher Verlag
ISSN 0720-3098
12,- € / 15,- sFr

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Europa wird derzeit mit zahlreichen Krisen konfrontiert. Krisen, die schwer zu bewältigen sind. Die Türkei ist auf dem Weg in die Diktatur, politische Gegner werden inhaftiert und ihre Lebensgrundlagen gezielt vernichtet. In Syrien tobt weiterhin der Krieg, Aleppo wird zum Symbol sinnlosen Sterbens. Menschen überall auf der Welt leiden unter Terror. Täglich erreichen weiterhin Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten Europa, Kulturen prallen aufeinander, die Gewalt nimmt zu – was auch die neuesten „Amokläufer“ mit den vielen Toten tragisch demonstrieren. Wenn wir unsere Demokratie und gesellschaftliche Ordnung aufrecht erhalten wollen, dann müssen wir uns einmischen. Künstler, Literaten und Intellektuelle, sie müssen ihre Stimme erheben.

In der 97. Ausgabe der Literaturzeitschrift allmende äußern sich Autorinnen und Autoren wie Alice Schwarzer, Hans Ulrich Gumbrecht und Barbara Vinken zu den Fragen, ob die Grenzen in Europa geschlossen werden sollen und wie die sexuellen Übergriffe und Gewalt gegen Frauen von männlichen Flüchtlingen aus dem arabischen und afrikanischen Raum verhindert werden können. Zu lange wurde darüber geschwiegen und Informationen unterdrückt.

Welche Rolle kann die Literatur und das Theater angesichts der Krisen und gesellschaftlichen Diskussionen einnehmen? Kathrin Röggla beschreibt die Gefühlskälte im Anblick der dramatischen Bilder aus Syrien, doch sind „Ausweglosigkeit und Ohnmacht“ die letzte Konsequenz? Ein eindeutiges Urteil fällt Feridun Zaimoglu anlässlich der sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln: „Das deutsche Leben verträgt sich nicht mit der arabischen Sitte, Frauen zu verachten…“. Silke Scheuermann, die große Lyrikerin und aktuelle „Brecht-Preisträgerin“ antwortet mit „politischen Gedichten“. Lena Gorelik will nicht wieder einmal „wegsehen“, Angelika Overath beschreibt Istanbul nach den Attentaten und vor dem Putsch. Diese Beiträge stehen beispielhaft für eine notwendige Diskussion, die in der allmende weitergeführt werden soll.

Editorial


»Über all das müssen wir jetzt endlich reden.«
Alice Schwarzer

»Der Krieg ist kein Spektakel«, Kathrin Röggla zitiert in ihrem Beitrag die viel zu früh verstorbene amerikanische Literaturwissenschaftlerin Susan Sontag und fragt nach den angemessenen literarischen Formen und ästhetischen Programmen, um das »kollektive Gefühl der Taubheit zu überwinden, ein gesellschaftliches Empfindungsvermögen zu gewinnen jenseits seiner abgespaltenen moralischen Form, jenseits seiner sofortigen politischen Indienstnahme«. Die Krisen, national wie global, haben sich verschärft.
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Unterwegs


  • Di, 29.11.16, 20.15
    allmende-Präsentation (im Rahmen der Karlsruher Bücherschau im Regierungspräsidium, Buchcafé)